Das neue Angebot der Swisscom mit dem Namen “inOne” kombiniert Internet, Festnetz, TV und Mobil in einem Paket. Laut Swisscom lassen sich die einzelnen Bausteine “erweitern, verschlanken oder ganz ausschliessen”. Die Internet, Festnetz oder TV Leistung lassen sich unabhängig voneinander Konfigurieren. Zudem lässt sich das Abonnement mit bis zu fünf Mobile Abos kombinieren. Kunden profitieren hierbei von einem “inOne”-Preisvorteil.
Swisscom nähert sich der Konkurrenz: Das schnellste FTTH-Angebot mit 1 Gbit/s kostet neu CHF 90 im Monat statt CHF 139. Damit reagiert Swisscom im Preiskampf mit z. B. dem Angebot von Init7 mit 1 Gbit/s für CHF 64.75 im Monat. inOne ist ab April erhältlich und löst die bestehenden Vivo und infinity Produkte ab. Bestehende Kunden können ab April auf die neuen Angebote wechseln.
Quelle: Medienmitteilung (pdf)
]]>Wie UPC am Freitag mitteilte, wird das Grundangebot überarbeitet.
Das bisherige Grundangebot für monatlich 33.95 Franken (Nebenkosten) beinhaltete, ohne zusätzliches Abonnement, Internet für 2 Megabit pro Sekunde (Mbit/s) und einen Festnetzanschluss sowie über 80 TV-Sender. Neu ab Ende September kostet das Grundangebot 49 Franken pro Monat und beinhaltet Internet für 40 Mbit/s, einen Festnetzanschluss sowie über 80 TV-Sender.
Doch die eigentliche Neuerung findet bei der Abrechnung statt. Statt bisher über die Mietnebenkosten abzurechnen, erhält der Kunde direkt eine Abrechnung.
@telekuh Auch für Top-Kombis wird es interessante Kombipreise geben. Mehr Infos ab Verfügbarkeit Ende September. Hab noch etwas Geduld. ^ez
— UPC Schweiz (@UPC_Switzerland) September 16, 2016
Inwiefern UPC mit den restlichen Abonnements nachzieht, bleibt ab zu warten. Ende Monat soll es angeblich weitere Infos geben. Kunden, die nur das Grundangebot benutzen und vom alten auf das neue Grundangebot umsteigen wollen müssen mit UPC Kontakt aufnehmen.
Quelle: Medienmitteilung
]]>Dem EDÖB zufolge seien Hackerangriffen mit IPv6 eine grössere Gefahr, als dies bei IPv4 der Fall war. Bei reinem IPv4-Betrieb stehen die einzelnen Endgeräte zumeist vor einem NAT (Network Address Translation) was als Nebeneffekt einen zusätzlichen Schutz mit sich bringt. Mit IPv6 ist ein NAT nicht notwendig, da genügend Adressen vorhanden sind, um jedes einzelne Endgerät mit einer eigenen Adresse aus zustatten.
Auch bestehen bedenken beim Datenschutz. Anhand einer fixen IPv6-Adresse kann ein einzelnes Gerät auf langer Sicht wiedererkannt werden. Dies ermögliche ein Browser unabhängiges Tracking, das sogar ohne Cookies auskommt.
Empfehlungen des EDÖB:
- Zur Vermeidung von Datenschutzproblemen bei der Einführung von IPv6 ist eine vorausschauende Planung wichtig (prüfen, ob die Privacy Extentions im Betriebssystem gesetzt sind, betroffene User informieren). Dies gilt für die Internetnutzung sowohl durch Privatpersonen wie durch Firmen und öffentliche Verwaltungen.
- Die Nutzer sind stets auf verständliche Weise über mögliche Datenschutzrisiken im Zusammenhang mit IPv6 zu informieren.
- Die Identifikation des Users darf nicht automatisch über die IP-Adresse erfolgen, sondern durch ein Login oder ausdrückliches Erlauben von Cookies
- Massnahmen zur Beseitigung von Datenschutzrisiken müssen auf einfache Weise ergriffen werden können. Wo immer möglich, ist die datenschutzfreundliche Einstellung als Standard zu wählen (Privacy by default)
- Privacy Extentions sind in allen gängigen Betriebssystemen zu implementieren und ab Werk zu aktivieren.
Quelle: https://www.edoeb.admin.ch/datenschutz/00683/01350/01351/index.html
Sogenannte Privacy Extentions können bei der Anonymisierung helfen. Bei den meisten Betriebssystemen ist diese Erweiterung voreingestellt, und sorgt dafür, dass die MAC-Adresse, und somit die IPv6-Adresse Zufalls generiert geändert werden kann.
Als weitere Massnahme soll der Internet Provider weiterhin erlauben, IP-Adressen dynamisch anstelle von statisch, zu verteilen. Der Kunde soll ebenfalls über allfällige Datenschutzprobleme informiert werden.
]]>Betroffen sind alle UPC-Kunden mit einem UBEE-Modem. Es empfiehlt sich, das Standard-WLAN-Passwort umgehend zu ändern. Allgemein empfiehlt es sich, Standardpasswörter generell bereits bei der Erstinbetriebnahme zu ändern.
Mittlerweile gibt es bereits ein Online-Tool, dass das Security-Problem veranschaulicht. Nach der Eingabe der SSID spukt das Tool das Standard Passwort aus. Nebst dem Online-Tool gibt es auch bereits Android-Apps, die das Passwort berechnen.
Wie kann ich das Standard Passwort ändern?
http://192.168.0.1 ansurfen und mit dem Benutzernamen und Passwort “admin” einloggen. Anschliessend auf “Kabellos” klicken, dort lässt sich das Passwort unter “Sicherheit” ändern.
Laut den Sicherheitsforschern wurde das Problem bereits am 04. Feb 2016 an Liberty Global (Mutterkonzern von UPC) gemeldet.
Uns ist nicht bekannt, ob UPC betroffene Kunden informiert hat.
Quelle: futurezone via Inside-IT
]]>Von dieser Änderung betroffen sind nicht nur Internet Service Provider, sondern auch Webhosting Provider. UPC Cablecom soll angeblich bereits vor zwei Jahren eine solche Schnittstelle in Entwicklung gegeben haben, diese kostete dem Provider zwei Millionen Schweizer Franken. Laut Unternehmer Marc Schuler müssen kleine Provider mit mindestens 100’000 bis 500’000 CHF rechnen. In vielen fällen muss zudem mit Anschaffung von neuer Hardware gerechnet werden.
Mehrere Organisationen und Parteien haben sich zu einem Referendum zusammengeschlossen. Doch es wird knapp, die dazu benötigten 50’000 Unterschriften müssen bis Ende Juni zusammenkommen. Momentan fehlen gemäss dem Organisationskomitee noch ca. 8’000 Unterschriften.
]]>Kommentar des Autors: Bereits die RUAG-Affäre hat gezeigt, dass gespeicherte Daten keinesfalls sicher sein können. Mit dem Buepf erhält der Staat weitreichende Kompetenzen, die in falschen Händen viel schaden anrichten können. Zudem haben es neue Unternehmen in dieser Branche schwer, da das Unternehmen bzw. deren zukünftige Kunden die Kosten tragen müssen. Deshalb: Referendum jetzt Unterschreiben!
Ab Seite vier der Präsentation “IP Peering & Transit” werden Statistiken zum Swisscom Internet Backbone gezeigt. Interessant sind vor allem die angaben, von wo die angeforderten Daten (Traffic Origin, Source) kommen. So ist ersichtlich dass alleine Google (inkl. YouTube), Akamai und Netflix mehr als 50% Traffic ausmachen. Akamai als Content Delivery Network (CDN) liefert unter anderen auch Daten für Facebook, Apple, eBay, Adobe und viele andere Kunden.
Zur Erinnerung: Netflix ist in der Schweiz erst seit September 2014 verfügbar, und war somit nur neun Monate später bereits für 5% des gesamten Inbound-Traffics verantwortlich. Zum Zeitpunkt der Präsentation verfügte Swisscom um ein Traffic Level von 550 Gbps Inbound und 125 Gbps Outbound.
Der Inbound Traffic besteht aus 200 Gbps aus Caches (Google, Akamai, Zattoo) und 200 Gbps aus Peering. Die restlichen 150 Gbps stammen von Transit-Providern (DTAG, France Telekom, Flag/Reliance Telecom).
Die ganze Präsentation (im PDF Format) wird auf der SwiNOG-Webseite zum Download angeboten (Mirror).
]]>DOCSIS 3.1 (Oder der neue Marketing-Begriff: Gigasphere) soll für eine schnellere Bandbreite sorgen. Damit wird UPC in der Lage sein, bis zu 1 Gbit/s zu Verfügung zu stellen. Bereits letztes Jahr hiess es, dass mit DOCSIS 3.1 bis zu 10 Gbit/s möglich sein soll. Momentan wird DOCSIS 3.0 eingesetzt womit 500 Mbit/s möglich sind. Auch Quickline rüstet sich mit dem neuen Standard.
Das Interesse kann mit der Eingabe der Adresse auf www.upccablecom.ch angemeldet werden.
Quelle: Medienmitteilung (PDF)
]]>Schon seit vielen Monaten beklagen sich Swisscom-Kunden über eine schlechte Qualität beim Netflix schauen. Der technische Grund ist einfach zu erklären. Die Streams werden in Echtzeit aus dem CDN von Netflix zum Swisscom-Kunden in sein gemütliches Zuhause geliefert und irgendwo auf dem Weg dahin besteht ein Engpass bei der Übertragung des Datenstreams. Damit der Benutzer trotzdem seine superspannende Serie weiterschauen kann, reduziert Netflix automatisch die Qualität des Bildes. Es müssen weniger Daten übertragen werden und die Leitungen werden entlastet. Auf dem Handy mag der Qualitätsunterschied aufgrund des kleinen Screens nicht so stören, auf dem Super-Duper-Mega-Tollen-75 Zoll Fernseher kann man aber Walter White von Gustavo Fring in «Breaking Bad» kaum mehr unterscheiden.
Netflix publiziert monatlich Statistiken, mit welcher durchschnittlichen Bandbreite die Netflix-Benutzer zu Peak-Zeiten am Abend ihre Serie oder ihren Film schauen können. Leider werden nur die grössten 6 Provider in der Schweiz aufgeführt. Swisscom als grösster Provider in der Schweiz liegt aktuell abgeschlagen auf dem letzten Platz.
Und jetzt kommen wir zum eigentlich Problem. Ich bin mir ziemlich sicher, dass Swisscom die schlechte Qualität der Netflix-Streams verbessern möchte. So blöd sich das anhört, sie kann es aber nicht. Während andere Provider die Netflix-Streams zu jeder Zeit ohne Leistungseinbusse an ihre Kunden liefern können und die Daten mit einer direkten Verbindung (Peering) zu Netflix beziehen, muss Swisscom den Umweg über meist ausländische Peering Locations wie z.B. Amsterdam, Frankfurt oder New York machen. Der mit Abstand grösste Telekomanbieter in der Schweiz mit einer riesigen Portokasse kann also etwas nicht, was die kleinen Provider in der Schweiz problemlos können?
Die meisten Internet Provider haben ein eigenes kleines oder auch grösseres Netz, welches Sie mit anderen Netzen zusammenschliessen. Das Internet ist nichts anderes als ein Zusammenschluss von tausenden heterogener Netzen. Weil ein kleiner lokaler Internet Provider zum Beispiel auf den Balearen nicht mit jedem Provider auf der ganzen Welt eine direkte Verbindung errichten kann, kauft er sich Leitungskapazität bei einem sogenannten Transit Anbieter ein, welcher dann sein globales Netz wieder mit andern kleinen Providern verbindet und den Datentransfer übernimmt. Somit ist gewährleistet, dass auch der José auf den Balearen seine Tante Olga dritten Grades in St. Petersburg per E-Mail oder Skype kontaktieren kann. Der Transit Anbieter übernimmt die Übertragung der Daten von Spanien nach Russland.
Leider ist die Welt kein Ponyhof. Die Welt ist böse. Ich weiss, das ist hart. Insbesondere Internet Provider mit einer grösseren Kundenbasis versuchen ihre Marktmacht oder manchmal auch ihr Monopol auszunutzen, um zweimal abzukassieren. Sie kassieren Geld beim Endbenutzer für den Internetzugang, verlangen dann aber auch nochmals Geld von den Internet Content Anbietern wie zum Beispiel Google, Zattoo, Webhostern oder eben Netflix, damit diese eine direkte Verbindung mit Ihrem Netzwerk herstellen können. Weigern sich diese zu bezahlen, haben die Content Anbieter keine andere Wahl als sich Transit bei einem Dritten Anbieter zu kaufen, welcher dann die Daten wieder zum bösen Internet Provider weiterleitet. Vom bösen Internet Anbieter wird grosszügig darüber hinweggesehen, dass ohne Content Anbieter gar niemand einen schnellen Internet Anschluss bei ihm kaufen würde. Die Nachfrage für schnelle Anschlüsse wäre mehrheitlich weg.
Ok, wo ist nun das Problem? Ganz einfach. Der böse Internet Provider verfügt oftmals nicht über genügend Kapazität zum Transit Provider. Somit gibt es keinen schnellen Weg mehr vom Content Anbieter zum Benutzer beim bösen Internet Provider. Ein Content Anbieter ist jedoch auf eine gute Anbindung zum Kunden angewiesen. Denn ohne gute Anbindung wird der Kunde den Dienst nicht verwenden oder sofern möglich zur Konkurrenz wechseln. Das Machtverhältnis zwischen dem Content Anbieter und dem bösen Internet Provider ist mit wenigen Ausnahmen sehr einseitig verteilt. Dies ist keine gute Ausgangslage bei Preisverhandlungen für eine direkte Verbindung.
In Amerika haben die Menschen oft nur einen einzigen Internet Provider zur Auswahl. Der Internet Provider hat ein Monopol. Die amerikanische Firma Comcast hat sich diese Ausgangslage auch zu Nutze gemacht und die Verbindungen zu Netflix wurden aufgrund der steigenden Nachfrage immer schlechter, während das eigene TV-Angebot selbstverständlich nicht unter Kapazitätsproblemen zu leiden hatte. Die Lösung war, dass Netflix anstelle der Gebühren an einen Transit Provider diese direkt an Comcast bezahlte und somit eine direkte Verbindung mit genügend Kapazität erstellen konnte.
Anfangs Jahr stand die upc cablecom GmbH vor einem ähnlichen Problem. Der Schweizer Ableger gehört zu Liberty Global, einem globalen Konzern mit zweistelligem Milliardenumsatz. Die Verbindungen zu Netflix waren schlecht, weil keine direkte Verbindung zwischen den beiden Netzen bestand. Die Netflix-Streams mussten über überlastete Transit-Verbindungen transportiert werden. Erst nach mehreren Monaten Scherereien und öffentlichem Druck wurde am 9. Februar 2016 ein direktes Peering zwischen Netflix und Liberty Global in Amsterdam errichtet.
Gemäss BGP-Table-Dump von #RouteViews peert UPC und #Netflix seit 9. Feb. 13:44 GMT. Bitzli schlechte Presse und UPC knickt ein, @Bischrol?
— Fredy Kuenzler (@kuenzler) February 18, 2016
Und plötzlich waren die Probleme grösstenteils weg. Netflix übergibt die Streamdaten in Amsterdam an Liberty Global und diese transportiert die Daten weiter an Ihre einzelnen Tochtergesellschaften in Europa wie zum Beispiel die upc cablecom in der Schweiz. Für die direkte Verbindung zu Liberty Global (UPC) muss Netflix gemäss nachfolgender Quelle nichts bezahlen.
Die Vermutung, dass #Netflix für #Peering an #UPC zahlt, ist nicht zutreffend. Habe ich aus erster Hand. https://t.co/dcDQPOwRV9 @telekuh
— Fredy Kuenzler (@kuenzler) March 21, 2016
Die Swisscom praktiziert ein ähnlich zwiespältiges Geschäftsmodell in der Schweiz. Sie verbindet Ihr Netz nur kostenlos, wenn die Gegenpartei nicht mehr als die doppelte Anzahl an Daten an Swisscom liefert, wie Swisscom an die Gegenpartei. Im Fachjargon handelt es sich hier um eine restriktive Peering Policy mit einer 2:1 Ratio. Es liegt in der Sache der Natur, dass die Endkunden beim Provider mehr Daten von den Content Anbietern konsumieren, als dass sie senden. Aufgrund der Marktsituation führt in der Schweiz kein Weg an Swisscom vorbei. Die lokalen Content Anbieter sind gezwungen, Übertragungskapazität zu Swisscom entweder per Transit oder direktem Peering zu kaufen.
Auch bei Swisscom würden die überlastenden Verbindungen zu Netflix verschwinden, würde man eine direkte Verbindung zwischen Netflix und Swisscom herstellen. Netflix hat bereits Ihr Netzwerk bis nach Zürich ausgebaut und technisch könnten die beiden Netze innert Minuten miteinander verbunden werden. Doch Swisscom ist in einer Pattsituation. Aufgrund des öffentlichen Druckes und der Nachfrage der Kunden will sie ein direktes Peering mit Netflix errichten, die eigene Peering Policy mit der 2:1 Ratio verunmöglicht jedoch dieses Vorhaben.
Die Machtverhältnisse haben sich vertauscht. Netflix als Content Anbieter sitz am längeren Hebel, weil die Konkurrenz wie UPC, Sunrise, Init7 über direkte Verbindungen zu Netflix Servern verfügt und somit eine bessere und stabilere Qualität liefern kann. Eine Aufgabe der 2:1 Ratio von Swisscom wäre zwar möglich und begrüssenswert, würde jedoch ein sicheres Geschäftsmodell eliminieren und einige Manager-Boni wahrscheinlich in Luft auflösen.
Aufgrund verschiedener Aussagen auf Twitter, Foren und Newsseiten ist zu erkennen, dass Swisscom weiterhin eine kommerzielle Lösung mit Netflix anstrebt. Netflix soll eine direkte Verbindung mit Swisscom herstellen und diese anstelle der Transit Anbieter zum gleichen Preis entlöhnen. Doch dies wird Netflix vermutlich nicht machen. Swisscom ist international eine kleine Maus. Die Daten müssen nicht mehr per Transit über mehrere Länder verteilt werden. Sie sind nämlich schon da.
Artikel am 21.03.2016 um 14:24 mit Links sowie Infos zum Netflix – UPC Peering ergänzt.
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Im November 2014 haben die grossen Schweizer Internet-Zugangsanbieter wie Swisscom und UPC Cablecom die erste Version ihres, ziemlich frech als Verhaltensrichtlinien zur Netzneutralität bezeichneten, Code of Conduct vorgestellt. Heute nun teilt die Swisscom mit, dass die beteiligten Unternehmen und Verbände ihr Engagement für ein offenes Internet bekräftigen. Das ist natürlich ein unglaublicher Euphemismus und es ist daher falsch, wenn ein Teil der Informatik-Medien daraus die Titelzeile ableitet, dass sich die Schweizer Anbieter zur Netzneutralität bekennen würden. Es handelt sich dabei einmal mehr um reine Augenwischerei. Aber schauen wir uns doch im Detail an, warum der Fisch stinkt.
Bereits auf der ersten Seite beschreiben die Internet-Zugangsanbieter wie sie mit Zero-Rating gegen die Netzneutralität verstossen dürfen wollen.
«Einzelne Dienste können dabei preislich oder bezüglich Netzkapazitäten gesondert behandelt werden. Insbesondere soll im Einvernehmen mit dem Kunden der Internetzugang so gestaltet werden können, dass für gewisse Dienste vertraglich vereinbarte Datenlimiten nicht angerechnet werden (zero rating, auch sponsored data genannt) oder dass gewisse Dienste lediglich mit reduzierter Übertragungskapazität und/oder mit Datenlimiten zur Verfügung stehen. Bedingungen der Ausgestaltung der Angebote werden dem Kunden vorgängig klar und transparent kommuniziert.»
Eine solche Sonderbehandlung von einzelnen Diensten stellt ohne Wenn und Aber eine gravierende Verletzung der Netzneutralität dar und bildet eine der Grundlagen für die Zerstörung des offenen Netzes. Zero-Rating behindert den Wettbwerb und ist schädlich für die Internet-Nutzer und für die Wirtschaft. Neu ist, dass man hier nun behauptet Kundenwünsche umzusetzen. Obwohl natürlich nie eine Kundin gefragt wurde, ob sie eine Welt bevorzuge, in welcher die Swisscom entscheide, welche Internet-Dienste erfolgreich sein dürfen oder ob sie das weiterhin selber, durch ihre Auswahl entscheiden möchte. Zero-Rating führt dazu, dass am Ende des Prozesses nur noch ein paar wenige Dienstanbieter überleben, nämlich die von Swisscoms und UPC Cablecoms Gnaden und dass in den Bereichen, die mit Zero-Rating-Angeboten bedient werden, Innovationen kaum mehr entstehen werden. Die nicht so gute alte Zeit der gemächlichen PTT lässt grüssen. Back to ‘Videotex‘ heisst offenbar die Devise.
Dann wird im zweiten Punkt auf der nächsten Seite behauptet, dass keine Internetdienste und -anwendungen behindert werden, um dann etwas weiter unter unten aber zu beschreiben:
«Zulässig sind Verkehrsmanagementmassnahmen, die dazu dienen die Dienstqualität von Telefonie, TV oder anderen Diensten wie Videokonferenzen, Internet of Things, etc. (sog. „managed services“) zu gewährleisten»
Diese ‘managed services’ genannten Dienste bilden die Grundlage des rhetorischen Tricks der Tekos. Indem sie behaupten, dass gewisse Dienste wie Videokonferenzen oder Internet of Things nicht zum Internet gehören, sondern etwas anderes seien, nämlich spezielle ‘Quality of Service’- Dienste, entziehen sie diese Angebote ihrem Versprechen, das Internet offen zu halten. Dabei ist es ziemlich absurd zu behaupten, dass Videokonferenzen oder das Internet der Dinge nicht zum Internet gehörten. Wir alle nutzen Skype und Google Hangouts und diese sind nicht bei Swisscom oder UPC Cablecom entstanden, sondern im Internet und sie basieren auch auf dem IP-Protokoll, so wie alle Internet-Dienste auf dem IP-Protokoll aufbauen. Der Fall ist völlig einfach und klar: Es gibt nur verschiedene Internet-Dienste im IP-Netz und keine “Spezialdienste” oder “Quality-of-Service”-Dienste. Diese Unterscheidung wurde von den Telkos einzig und alleine dazu erfunden, um uns und den politischen Entscheidungsträgern in Sachen Netzneutralität Sand in die Augen zu streuen.
Und zu guter Letzt behaupten die Telkos noch, dass sie transparent sein wollen, mit einer Ausnahme:
«Die unterzeichnenden Netzbetreiber werden derartige Verkehrsmanagementmassnahmen an geeigneter Stelle auf ihren Webseiten bekannt geben, sofern sie nicht aus Wettbewerbs- oder anderen, übergeordneten Gründen geheim gehalten werden müssen.»
Das bedeutet, dass wir nie erfahren werden, was wirklich passiert im Hintergrund, weil es bei all diesen Verträgen immer üblich ist, dass diese mit einer Geheimhaltungsklausel versehen sind. Einmal mehr, ein grosser Witz, der mich allerdings nicht zum Lachen bringt.
Wir stellen fest, es hat sich nichts geändert. Im Gegenteil der neue Code of Conduct ist eine Ohrfeige für alle Internet-Nutzer. Die Telkos wollen uns für doof verkaufen und behaupten einfach, dass Dienste, die aus dem Internet geboren wurden, plötzlich nicht mehr zum Internet gehören und dass wir auf diese keine Zugangsberechtigung mit unserem Internet-Abo haben. Aber sonst, soll das Internet natürlich offen bleiben. Die Frage ist nur, was denn davon noch übrig bleiben wird.
]]>Seit gestern sind alle Webseiten vom Webseiten-Baukasten Jimdo und teile der Hosting-Firma HostGator gesperrt. Beim aufrufen einer besagten Webseite erscheint lediglich eine Hinweis-Seite der Swisscom.

Die vorgeschaltete Hinweis-Seite lässt sich auch auf blockphishing.bluewin.ch begutachten. – Screenshot: 05. März 2016
Die Sperre geschieht mittels DNS-Server der Swisscom. Dieser ist standardmässig im Router voreingestellt, kann auf Wunsch jedoch geändert werden. Um die Sperre zu umgehen, können z.B. die DNS-Server von Google eingetragen werden. Auch die Swiss Privacy Foundation betreibt eigene DNS-Server die benutzt werden können.
Betroffenen Unternehmen bleiben höchstwahrscheinlich auf dem schaden sitzen. Jimdo betreibt insgesamt 15’000’000 Webseiten, darunter auch bezahlte Webseiten mit eigener Domain. Bei HostGator ist unklar ob nur die eigene Startseite, oder ebenfalls alle Kundenseiten gesperrt wurden.
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